Naturheilpraxis Vogelsberg

Heilpraktikerin Andrea Berninger

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Mir fehlen vielleicht Nährstoffe. Wie schlimm ist das?

Gepostet am 19. Juni 2016 um 13:40

Oft hört oder liest man, wie wichtig Vitamin XY für diesen und jenen Prozess im Körper sei. Oder, dass es dramatisch sein soll, wenn ich bestimmte Mineralien nicht in ausreichendem Maße zu mir nehme. Stimmt das? Oder möchte mir jemand das nur weismachen, um mir Nahrungsergänzungen zu verkaufen. Für teures Geld. Was ich anderweitig besser ausgeben könnte? 

 

Um grob verständlich zu machen, wie ein menschlicher Körper mitsamt seiner Psyche funktioniert, möchte ich ein schönes Bild für Sie malen: Stellen wir uns einfach einmal vor, wir wären ein Maler. Die Sonne scheint herrlich am morgendlichen Himmel und es durchzuckt uns eine Inspiration, die wir auf die Leinwand bringen möchten. Jetzt aber schnell, sonst ist die Muse vielleicht schon wieder weg! Wir eilen hinüber ins Atelier. Vor uns lehnen wir einen neuen, weiß bespannten Keilrahmen an die Staffelei, greifen zu Palette und Pinsel und atmen genüsslich ein. Doch, oh! Unser Blau ist ja fast leer. Schreck.


So mag es unserem Body gehen, wenn ein Nährstoff aufgebraucht ist. Doch wir sind erfinderisch. Wie unser Leib. Er hat nur eines im Sinn: Uns unter allen Umständen am guten Leben zu erhalten. Deswegen strecken wir als Maler nun das Blau mit etwas Wasser. Leider, leider, auf der Leinwand sieht das gleich etwas dünner aus, als das satte Himmelblau im Fensterausschnitt. Hm. Aber da wir mehrere Techniken zur Verfügung haben, wenden wir an dieser Stelle halt ein wenig Aquarellmalerei an. Ein bisschen Schummelei fällt doch wohl kaum auf? Es wird schon gehen, sagen wir uns.

 

Unser Bild soll den wundervollen Morgen einfangen. Den Blick auf die grasenden Pferde, die malerische Landschaft, die saftig-grünen Wiesen. Denn duftig-frischen Himmel. Ah! Als könnten wir diesen Moment für immer festhalten. Unserem Körper geht es nun noch gut, doch er darf sich darauf vorbereiten, dass das Reservoir eines Minerals, Vitamins, einer Fett- oder Aminosäure zur Neige geht. Er bunkert alle möglichen Stoffe, aus Furcht, er gehe leer aus. Vielleicht nehmen wir dadurch sogar zu? Auf jeden Fall löst die Sorge Stress im System aus. Stress bedeutet stets, dass das stoffliche Gleichgewicht und damit das somatische Milieu auf eine harte Probe gestellt wird.

 

Doch zurück zu unserer Malerei. Das Blau ist nun restlos aufgebraucht. Erst hatten wir es noch mit anderen Farben gemischt. So ist nun leider der Himmel mit Rot und Weiß und auch Gelb versehen. Sieht noch immer schön aus. Doch das ist nicht mehr das Abbild dessen, was wir darstellen wollten. Nun gut! Dann widmen wir uns der Wiese. Da das Blau leer ist, das wir zum Mischen eines Grüns bräuchten, dürfen wir uns auch hier etwas anderes einfallen lassen. Auf unseren Kreatur bezogen könnten wir sagen, er greift in fremde Töpfe, die gar nicht dafür bestimmt sind. So nimmt sich der Körper im Notfall – und dieses ist bereits einer – Mineralien aus unseren Knochen und Zähnen. Zum Beispiel. Er schöpft dort vorsichtig und trotzdem tiefgreifend. Denn das empfindliche Säure-Basen-Gleichgewicht des Blutes kommt ins Schwanken. Und das würde den Tod des ganzen Lebewesens zur Folge haben. Wollen wir das? Nein. So will auch unser Organismus uns schützen. Er ist nämlich sehr schlau. Und braucht die letzten Reserven, förmlich die allerletzten Konserven auf, die er aufstöbern kann. Kommt Ihnen dabei irgendwie das Thema Burnout in den Sinn? Sehen Sie, mir auch. "Mens sana in corpore sano", sagt ein lateinisches Sprichwort. Ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper.


Der Mensch benötigt zum Funktionieren allerlei Komponenten. Im übertragenen Sinne wiederum die ganze Palette an kräftigen Farben. In der Tat brauchen wir dutzende Werkstoffe in Reinform, regelmäßig und vor allem in ausreichender Sättigung. Unser Körper und die Psyche sollen schließlich aus dem Vollen schöpfen. Wie in Ober-Sorg, dem liebenswerten Dörfchen, in dem die Naturheilpraxis Vogelsberg steht. Wir haben uns damals, als wir zum ersten Mal herkamen, sehr über den Namen gefreut. Heißt er doch, dass für alles obermäßig gesorgt ist. Ein gutes Omen.


Nun aber noch einmal zurück zu Körper und Psyche. Wie oft läuten in unserem Inneren die Alarmglocken? Wie im Dorf die Sirene am Pumpenhaus. Doch, mal ehrlich. Hören wir da immer hin? Die Glocken schrillen und schrillen. Und wir denken, es beträfe uns nicht. Ich schließe mich da bewusst mit ein. Bin auch nur ein Mensch. Wir alle dürfen uns da an die eigene Nase packen. Manchmal jedenfalls. Wenn unser Körper nicht mehr ein noch aus weiß, woher er die fehlenden Substanzen nehmen soll, muss er wohl oder übel der Krankheit anheimfallen. Das deprimiert obendrein. Rundum Misere sozusagen. Hm. Dann muss man doch mal genau hinschauen, was einem fehlt. So, wie man das Toilettenpapier besser rechtzeitig nachlegt. 


Das Bild ist jetzt fertig gemalt. Und aus der saftigen Landschaft mit strahlend blauem Horizont ist wegen der Mangelerscheinungen in meinem Malkasten eine Wüstenlandschaft geworden. Am Himmel sehe ich in einer Ecke noch das Blau vom Anfang. Mal ehrlich. Nächstes Mal werde ich gleich losrennen und Blau kaufen. Noch lange, bevor es zur Neige geht. Und wie werden Sie ab jetzt mit Ihrem lieben Körper umgehen? 


Ganz menschliche Grüße aus Ober-Sorg

Ihre Andrea Berninger


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(foto: pixabay)

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