Naturheilpraxis Vogelsberg

Heilpraktikerin Andrea Berninger

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Streit belastet die Partnerschaft - PSYCHOLOGIE DES MANNES

Gepostet am 31. Juli 2016 um 16:00

„Mein Mann und sein Hund. Zwei Welten kleben aneinander.“ – Aus diesem Spott kann man und Frau viel Gutes ableiten. Belastet doch Unmut übereinander und Stress miteinander nicht nur die Lebenspartner selbst, sondern auch das Umfeld. Mal abgesehen von Hund, Katze, Maus.


Warum empfinden Männer es eigentlich als so angenehm, wenn ihnen niemand hineinredet, widerspricht oder sie auf Fehler hinweist? Das ist es schließlich, was ein Hund (nicht) macht. Ganz im Gegensatz zu so mancher Partnerin. Fühlen sie sich von ihr vielleicht entmutigt, gedemütigt, falsch verstanden oder vor ihr sogar als die immerwährenden Verlierer? Nicht umsonst gibt es die sprichwörtliche enge Partnerschaft zwischen Mann und Hund. Egal, was das Herrchen leistet oder auch nicht, der vierbeinige Freund wedelt mit dem Schwanz und freut sich. Die Frau weniger.


In jedem Witz steckt ein Fünkchen Wahrheit. Und betrachten wir das ganze aus psychologischer Sicht, so ist folgendes Spiel daraus zu entlehnen. Nachahmen ausdrücklich empfohlen: Sich ganz auf die Worte des Gegenübers einzulassen und die Worte OHNE ANTWORT stehen zu lassen. Die Stille zu ertragen und einen Freiraum für den anderen entstehen zu lassen. Diese Art der Kommunikation ist eine hohe Kunst, die der Übung bedarf. Es ist lohnenswert, dem Ehepartner, Gesprächspartner, Streitpartner für eine längere Zeit das Feld vollkommen zu überlassen. So wird alles herauskommen dürfen, was sich angestaut hat. Im Idealfall erhält jeder regelmäßig eine eigene Redezeit, während der Partner aufmerksam zuhört. Und wer sich noch mehr zutraut: wertfrei, urteilsfrei, sorgenfrei.


Durch die eigene Mäßigung kann sich das Ventil des anderen langsam öffnen. Und in uns Verständnis für seine Sicht der Dinge entstehen. Wir wissen einmal nichts besser. Wir entgegnen nichts. Wir halten die Reaktionen in unserem Inneren nicht nur aus, sondern beobachten sie. Was geschieht mit Ihnen, wenn Sie das zulassen?


Oft haben wir Angst, einen Schmerz zu vergessen, den uns jemand zugefügt hat, wenn wir dieser Person vergeben. Manchmal erlauben wir uns auch nicht, uns selbst zu verzeihen. Es wirkt Wunder, beides sein zu lassen. „Ich vergebe mir. Ich vergebe jedem. Ich bin reine Vergebung. Ich bin ein Geschöpf des Universums. Das Universum besteht aus purer Liebe.“ – So oder ähnlich können wir uns heranwagen, etwas zu ändern. Das Belastende loszuwerden. Das Schöne wieder einzuladen. Den Funken Feuer neu zu entdecken, der irgendwo unter der Asche verborgen liegt.


Frauen gelten als das schwache Geschlecht. Doch betrachten wir es genauer, so können sie in Wirklichkeit besser mit Schmerzen und Befindlichkeiten umgehen, als Männer. Sie ertragen die Strapazen einer Geburt. Sie sind hautnah dran an Babys und Kindern. An deren Sorgen, Wehwehchen, an deren ganz eigenem Tempo.


Und jene Männer, die ihre weiche Seite entdecken, fühlen sich damit nicht selten überfordert. Sollen Gefühle jonglieren, Empathie beweisen, 24 Stunden 7 Tage die Woche alle Schieflagen im Haussegen ausgleichen? Sicher gibt es Männer, die dazu geboren sind. Das Gros ist es bei weitem nicht. Und bei aller Emanzipation dürfen wir eines nicht vergessen: Der Mann fühlt sich nur dann stark, wenn er in seiner eigenen Balance belassen wird. Wenn er unverfälscht und unzensiert sein darf. Ohne Wenn und Aber. Wenn Frauen ihn mit seinen Stärken sehen und ihn wertschätzen. Gerne sogar anhimmeln. Dann kommt er ganz in seine Kraft. Das ist kein Trick. Das ist notwendig für die Harmonie und die Zuwendung in der Partnerschaft.


Ein schlauer Mann hat mir einmal erklärt, dass es dreier Dinge bedarf, einen Mann vollkommen glücklich zu machen. Reden war nicht darunter. Deswegen ist es auch so wichtig, dass Frauen sich mit Frauen austauschen und schöne Dinge für sich selbst tun. Sich selbst im Gleichgewicht halten und sich selbst glücklich machen. Damit die Erwartung an den Partner zurückgeschraubt wird. Damit sich das Zusammensein freier und leichter anfühlt.


Und wenn ich mit dieser neuen Erkenntnis jetzt so meinen Mann und seinen Hund in ihrer Symbiose betrachte, darf ich eins gestehen: Da kann ich froh sein, dass es den haarigen Vierbeiner gibt. Er gleicht womöglich oft das aus, was ich als Ehefrau vermassele. Und hält damit das häusliche Gleichgewicht aufrecht. Ich werde ihm ein extra Würstchen füttern ;)


Eine liebevolle Woche voller achtsamer Kommunikation wünscht Ihre

Andrea Berninger


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foto: pixabay

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