Naturheilpraxis Vogelsberg

Heilpraktikerin Andrea Berninger

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Der Tod ist niemals Routine - WOHIN MIT DER TRAUER?

Gepostet am 14. August 2016 um 14:20

Es gibt einen wunden Punkt bei jedem Menschen. Wenn aus seiner Umgebung eine geliebte Person entrissen wird. Wenn eine liebevolle Erinnerung bleibt anstelle von gewohnter Bindung, Berührung, Kommunikation. Dann ist der Schmerz oft unerträglich und allgegenwärtig. Buchstäblich nichts ist mehr so, wie es vorher war. Wie kann man lernen, damit umzugehen? Wie als Betroffener, Hinterbliebener, wie als Freund, Kollege, Nachbar oder einfach nur als Beobachter? Der Tod wirft so viele Fragen auf. Weit mehr, als es erst einmal Lösungen gibt. Es existiert in einem solchen Fall kein Standardrezept. Denn der Tod ist niemals Routine. 

 

Sind die ersten Schritte und Rituale der offiziellen Trauerzeit mit Kondolenz, Beerdigung, Trauerfeier vergangen, so schleicht sich nach einiger Zeit eine Unsicherheit ein. Kann ich den Betroffenen ansprechen? Erinnere ich ihn dann und füge ihm dadurch unnötig Schmerzen zu? Möchte er vielleicht lieber allein sein? Das ist eine schwierige Situation. Und nicht zuletzt birgt sie Gefahren in sich. Es besteht die Möglichkeit, dass Bedrücktheit und Schwermut nicht überwunden werden, sondern sich durch Abkapselung, Motivationsmangel, Arbeitswut oder in körperlichen Gebrechen Ausdruck verleihen. Um dies zu vermeiden, ist es wichtig, dass die Pein in der Form, wie der Hinterlassene sie wahrnimmt, gewürdigt wird. Es sollte Raum und Zeit für den emotionalen Ausdruck geben, den Halt durch Bekannte, Verwandte und Freunde. Und wenn das nicht reicht, durch geschulte Therapeuten. Wenn wir die Trauersituation nicht übergehen, sondern den Betroffenen wahrnehmen und achtsam auf ihn eingehen, können wir ihm das unerträgliche Gefühl nehmen, er sei in der Lage ausweglos allein.


Oft ist es aber wichtig, sich selbst klarzumachen, wie stehe ich zu Trauer und Tod? Kann ich selbst damit umgehen? Habe ich es selbst schon erlebt. Wohlgemerkt: Es gibt so viele Arten der Trauer, wie es Menschen gibt. Es gibt kein richtig und falsch, keinen Kunstgriff oder Geheimtipp, wie man den Seelenschmerz erleichtern kann. Anteilnahme und Wohlwollen sollte die erste Hilfe sein. Gleichgültig, ob der Trauernde mit Zorn, Kälte oder Zerknirschtheit auf die Lage reagiert, häufig in Tränen ausbricht, sich in Arbeit vergräbt oder auch die Fassung verliert. Wir haben es in der Hand, auch unangenehme, ambivalente Situationen stehen zu lassen. Sie auszuhalten, nicht zu urteilen, die Person nicht abzuschreiben. 


Manchmal ist es die mitfühlende Nachfrage eines Bekannten, die häusliche Unterstützung eines Freundes bei alltäglichen Arbeiten. Bei den Dingen, die mit einem Mal unfassbar schwer fallen können. Oder die kleine Geste am Rande, die dem Leidtragenden zeigt: Ich bin nicht allein. Da sind Menschen, die interessieren sich für mich. Die tragen ein Stück dessen, was ich vorläufig allein nicht mehr zu schaffen vermag. Wie gut tut es, in solch einem Moment einen doppelten Boden unter sich zu haben? Quasi das soziales Netz, dass auffängt, wo alles schiefgeht. Denken wir manchmal darüber nach. Was können wir beitragen, um das Zünglein an der Waage zu sein? Das Quäntchen, das entscheidet, ob ein Mitmensch wieder fühlen kann, dass das Leben aufs Neue bereichernd und vielleicht sogar glücklich werden kann.

 

Eine Woche herzlicher Geborgenheit wünscht Ihre Heilpraktikerin

Andrea Berninger


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(foto: pixabay)

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